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Knapp vorbei an Verlegung!

Nach einem sehr netten und ausführlichen Beratungsgespräch im Geburtshaus mit Elke haben mein Mann und ich noch viele Wochen hin und her überlegt, ob wir wirklich für die Geburt unseres zweiten Kindes nicht mehr in eine Klinik sondern ins Geburtshaus gehen sollen. Besonders die Reaktionen von den Menschen, denen wir von unseren Überlegungen erzählt haben machten uns Angst. Also haben wir uns ein zweites Mal mit Elke getroffen und noch mal all unsere Fragen gestellt. Mit viel Geduld und Verständnis ist sie super auf uns eingegangen und am Ende waren wir uns sicher: Wir möchten im Geburtshaus entbinden.

Montag der 14.11. war dann der letzte Arbeitstag meines Mannes und alles war für die Ankunft unseres zweiten Kindes vorbereitet.
Vierzehn Tage zuvor hatte ich bereits zweimal in der Nacht Wehen, daher war mir nicht sofort bewusst, dass es JETZT wirklich losgeht, als ich nun um halb elf ins Bett ging und mein Bauch immer wieder ganz hart wurde.
Schlafen konnte ich nun nicht mehr. Mir war einfach sehr unwohl und der harte Bauch fing wirklich an zu nerven.
Waren dies jetzt die "wahren" Geburtswehen? Bisher hatte ich sie eigentlich immer im unteren Rücken gespürt, so auch bei der Geburt unseres ersten Kindes, daher war ich sehr unsicher und lies mir Zeit bis ich Elke schließlich doch anrief. Ihr Tipp lautete dann "Badewannentest". Wenn es echte Wehen sind, wird es dort schlimmer, ansonsten geht es wieder vorbei.
Also fingen wir gegen halb 1 Uhr in der Nacht an Wasser in die Wanne zu lassen. Oh ja, und ob es schlimmer wurde! Ziemlich schnell kamen die Wehen nun verstärkt und in kürzeren Abständen, also rief ich erneut Elke an und wir fuhren los nach Ammerbuch. Nach 35 Minuten grausiger Autofahrt und Wehen im Abstand von 5 Minuten, kamen wir um 2:30 Uhr im Geburtshaus an und Elke nahm uns freundlich in Empfang.
Ich hatte mir für die zweite Geburt gewünscht, dass ich nicht wie beim ersten Mal stundenlang die Wehen alleine, ohne fachlich kompetente Hilfe, durchstehen muss und das nahm sich Elke wirklich zu Herzen. Die Umsorgung während und nach der Geburt war perfekt und hat es uns ermöglicht uns fast wie zu Hause zu fühlen.
Während mein Mann erstmal die Tasche ausräumte und das Bett bezog, machte Elke die ersten Untersuchungen und gab mir Tipps um die für mich "bequemste" Position zu finden. Über einen Ball gestützt auf Knien fand ich die Sache dann erträglicher als auf dem Bett zu sitzen. Die Minuten vergingen und die Schmerzen wurden immer heftiger, als Elke dann ihrer Kollegin Julia anrief, damit sie auch dazu käme, wusste ich, jetzt kann es nicht mehr allzu lange dauern bis unser Kind kommt.
Mein Lieblingssatz während der Geburt war nach Aussage meines Mannes "Leute, Leute, jetzt tut doch was" und das taten sie auch. Julia kochte Kaffee und dann legte man mir heiße Kaffee-Damenbinden auf den Damm um die Sache etwas dehnbarer zu machen. Mag jetzt abstrakt klingen, hat aber nach meinem Empfinden wirklich was gebracht und war außerdem auch angenehm.
Bevor ich dann doch zum Endspurt zurück aufs Bett ging hat mir Elke noch lieb den Rücken massiert und mir immer wieder Mut zugesprochen. Es war super hilfreich ihren "Anweisungen" zum Atmen und Pressen zu folgen. Ich hatte wirklich immer den Eindruck, dass sie weiß wovon sie spricht und mir mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln geholfen hat.
Um 5:01 Uhr war es dann soweit und unsere Tochter Elora erblickte mit 58cm und 4520g das Licht der Welt. Endlich geschafft! Doch leider noch nicht ganz. Ich habe viel Blut verloren und die Plazenta wollte auch nicht kommen. Also haben sich Elke und Julia immer wieder ganz ruhig miteinander beraten und uns über den Stand der Dinge informiert. Eisbeutel auf den Bauch, Wehenmittel, Blasenentleerung und Akupunktur schienen nicht zu helfen, also beriet man sich erneut und beschloss nun ins Krankenhaus zu fahren. Sicher ist sicher. Gott sei Dank bekam ich genau in dem Moment als Elke ihren Satz zu Ende gesprochen hatte eine heftige Wehe mit der dann doch die Plazenta noch kam. Die Blutung hörte auf und da alles vollständig war durften wir im Geburtshaus bleiben und wurden nicht verlegt.
Die folgenden Stunden der Ruhe haben wir sehr genossen. Es war schön, dass wir viel Familienzeit alleine hatten und so einfach ruhig die Zeit zu dritt auskosten durften. Besonders nett war auch der tolle Frühstückswagen mit unserem mitgebrachten Vesper, der uns nach der Geburt ins Zimmer gefahren wurde. So konnten wir uns mit Essen stärken und vom Bett aus beobachten, wie draußen der Tag anbrach.
Es war super, dass Julia die erste Untersuchung von Elora bei mir auf dem Bauch gemacht hat und ich meine kleine Maus wirklich die ganze Zeit halten durfte. Alles in Allem waren unsere Erfahrungen im Geburtshaus von Anfang bis zum Ende sehr, sehr gut. Kompetente, freundliche und einfühlsame Betreuung, die wir auch bei der nächsten Geburt wieder sehr gerne in Anspruch nehmen würden.

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